Wenn Kinder trotzen!

Abgelegt unter: Erziehung by admin

Jedes Kind kommt mal in die Trotzphase. Bei Eltern ist in dieser Zeit viel Geduld gefragt, um diese Phase ohne zusätzlichen Stress zu überstehen. Häufig wissen Eltern nicht, woher diese plötzlichen Wutausbrüche und Trotzanfälle kommen. Man wird ungewarnt vor den Kopf gestoßen und ist kurz vor der Verzweiflung.

Kinder kopieren oft das Verhalten der Eltern. Da muss man sich die eigenen Grenzen setzen, was dulde ich, was nicht und dementsprechend dieses Verhalten dem Kind vorzeigen. Denn wir als Erwachsene zeigen unbewusst falsche Verhaltensmuster auf, die von den Kleinen übernommen werden, für die wir das Kind dann bestrafen. Das Kind kann seine Eltern dann gar nicht ernst nehmen, da es sieht, dass man sich auch so verhält.

In der Trotzphase testet das Kind seine Grenzen und die der Eltern, wie weit kann er gehen, was lassen die Eltern zu. Dabei ist es wichtig, dass Grenzen gesetzt und diese auch konsequent eingehalten werden. Wenn bspw. im Voraus abgeklärt wird, dass beim Einkaufen nur bestimmte Dinge gekauft werden und nichts zum Naschen, kann das Risiko auf einen Wutausbruch in der Öffentlichkeit vermindert werden. Dennoch wird das Kind mit Sicherheit Süßigkeiten wollen und auch vielleicht trotzen, doch sollte nicht nachgegeben werden. Als Eltern muss man konsequent bleiben und dem Kind in Ruhe sagen, dass doch abgemacht wurde, dass es heute keine Süßigkeiten gibt. Nachgeben, schimpfen oder das Kind nervig aus dem Laden zerren, zeigt nur unsere Unsicherheit.

Beobachten, Analysieren und entsprechend Handeln ist das Motto in dieser Phase. Mit hysterischen Anfällen wollen Kinder meist Aufmerksamkeit erregen und haben keine Selbstkontrolle über ihr Verhalten. Als Eltern sollte man die Gründe für den Ausbruch kennen, um die Möglichkeit zu haben, davor zu reagieren und ihn so zu verhindern.

-     Beobachten was vor dem Ausbruch geschah, in welcher Situation das Kind und man sich selbst befand.

-     Analysieren wie der Ausbruch verlaufen ist, hat das Kind geweint, hatte es Angst oder war es wütend?

-     Handeln nach der Erkenntnis. Hat man vielleicht das Kind unbewusst selbst in diese Lage gebracht?

Trotz des konsequenten und bewussten Verhalten der Eltern, können solche Ausbrüche  in der Öffentlichkeit und in stressigen Situationen passieren. Dabei kann die Aufmerksamkeit des Kindes auf etwas anderes gelenkt werden oder man verordnet dem Kind eine Auszeit und “entfernt” es behutsam von dem gestressten Ort. Eltern sollten sich in jeder Hinsicht respektvoll und vor allem gewaltfrei dem Kind gegenüber verhalten. Es kann auch mal passieren, dass man als Eltern die Geduld verliert oder laut wird. Dann sollte man sich selbst beobachten und analysieren, sich eine kurze Auszeit gönnen, wieder durchatmen und sich sammeln.

Es gibt keinen Wie-überstehe-ich-die-Trotzphase-Plan, nur durch bewusste, aber dennoch fürsorgliche Disziplin ist diese Zeit zu überstehen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Mamiweb. Danke schön!

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1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Wenn Kinder trotzen!”

  1. Ursula, am 9. Februar 2011 um 08:26 sagt:

    Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, dass ein Kind für einen Trotzanfall nicht mit erhöhter Aufmerksamkeit “belohnt” wird. Schleift sich erst der Mechanismus ein, dass die Erwachsenen schon im Vorfeld eines Trotzanfalls Zugeständnisse machen, um das drohende Gewitter um jeden Preis zu verhindern, dann kann die Trotzphase sehr lange dauern. Passiert der Trotzanfall zuhause, dann ist es das beste, als Erwachsener das Zimmer zu verlassen (natürlich vorher gefährliche Gegenstände wegräumen!). Alleine schreien, ohne Publikum, das macht überhaupt keinen Spaß, und der Anfall ist nach wenigen Minuten vorbei. Hinterher das Kind am besten weder schimpfen (nützt nachträglich sowieso nichts mehr), noch dafür loben, dass es jetzt wieder friedlich ist. Einfach ignorieren. Tief durchatmen, gemütlich eine Tasse Kaffee trinken und sich vorstellen, das Geschrei aus dem Nebenzimmer wäre eine neuartige Musikrichtung. :-)

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